Schon Mitte Mai hatte sich Milla Nierfeld im 100 m Hürdenlauf der wJU20 für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert – damals mit starken 14,99 s. Noch zwei weitere Male unterbot sie danach die Norm von 15,20 s. Bei ihrem neuen Vereinsrekord im Siebenkampf Anfang Juni war sie in 14,87 s nochmals neue Bestzeit gelaufen. Nur eine Woche danach bei den Hessischen Meisterschaften war sie jedoch ausgerechnet bei den 100 m Hürden schwer gestürzt und umgeknickt.

Umso erstaunlicher war es, dass sie am vergangenen Wochenende tatsächlich ihr Startrecht bei den Deutschen U20 Meisterschaften wahrnehmen konnte – und das im neu renovierten Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid.

Mitschnitt aus dem Livestream: Milla Nierfeld bei ihrer Vorstellung vor dem 100 m Hürdenlauf im Lohrheidestadion.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch eröffneten am Samstagnachmittag in Wattenscheid gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Idriss Gonschinska den Sportpark Lohrheide offiziell. In den vergangenen zwei Jahren war das Lohrheidestadion, das den Mittelpunkt des Parks bildet, umfassend umgebaut und modernisiert worden. Auf dem Stadionareal baute die Stadt Bochum ergänzend eine neue Freilufthalle und eine neue Leichtathletik-Trainingsanlage. 55 Millionen waren hier investiert worden. "Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Lohrheidestadions bekommt die deutsche Leichtathletik einen neuen Leuchtturm. Einen, der hell leuchtet. Ein echtes Schmuckstück – nachhaltig und technisch auf dem neuesten Stand", sagte der DLV-Vorstandsvorsitzende Idriss Gonschinska.

Und Deutschlands Leichtathletik-Talente der U18 und U20 weihten das Stadion nun ein, bevor dort am kommenden Wochenende die Studentenweltmeisterschaften ausgetragen werden.

Milla Nierfeld war im ersten von fünf Vorläufen über 100 m Hürden eingeteilt. Sie erwischte einen sehr guten Start und war auch sehr schnell an der ersten Hürde.

Milla (rechts) erwischte einen sehr guten Start.

„Milla war bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft sehr nervös und lief nach dem Sturz bei den Hessenmeisterschaften noch mit Schiene am Knöchel. Der Start zur ersten Hürde war sehr gut, danach fehlte zwischen den Hürden etwas die Frequenz“, berichtete ihr Trainer Martin Böhm, der sie nach Wattenscheid begleitet hatte. Er war mit ihrer Zeit von 15,13 s zufrieden: „Mit der Zeit hat sie noch einmal die Normleistung bestätigt. Für die erste DM eine gute Leistung!“

Am kommenden Wochenende stehen für Milla und fünf weitere Athletinnen die Hessischen Mehrkampfmeisterschaften in Darmstadt an.

Milla Nierfeld (rechts) bei der Überquerung der ersten Hürde.

Ebenfalls in Wattenscheid am Start war Christina Iyamu. Sie hatte sich beim Werfertag „Sky is the limit“ in Wiesbaden mit starken 43,21 m für die Deutschen U20 Meisterschaften qualifiziert. Hier lief es aber nicht gut für sie. Sie erzielte im 3. Durchgang des Vorkampfs mit 36,63 m ihre Tagesbestweite. Damit war sie gar nicht zufrieden. Für eine Teilnahme am Endkampf hätte sie allerdings persönliche Bestleistung werfen müssen: 43,93 m erzielte die Achtplatzierte.

Auch Christina Iyamu war im Lohrheidestadion am Start. Sie erzielte im Diskuswurf 36,63 m und blieb damit leider unter ihren Möglichkeiten.