Eine sensationelle Nachricht ereilte Friederike Schoppe in diesen Tagen: Sie wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) für die 50 km-Weltmeisterschaften in Neu-Delhi/Indien nominiert - und zwar in der Frauenhauptklasse, nicht in der „Masters-Klasse“ (Seniorinnen).

Das Schreiben des DLV-Vorstandsvorsitzenden Idriss Gonschinska erreichte die 48-Jährige aufgrund ihres fantastischen 50 km-Laufs im Frühjahr im Kraichgau. Hier waren bei ihrer Premiere über 50 km die Uhren nach 3:28:20 Stunden stehen geblieben; eine Zeit, mit der sie mit elf Minuten Vorsprung Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse W45 geworden war. Damit lag sie nur 30 Sekunden über dem aktuellen deutschen Rekord.

Friederike Schoppe auf dem Weg zur 50 km-Weltmeisterschaft in Indien.

DLV schickt vier Frauen auf die Pendelstrecke

Für Indien nominiert sind vom Deutschen Leichtathletik-Verband insgesamt vier Frauen, die am 7. Dezember neben der Einzelwertung auch in der Mannschaft an den Start gehen werden. Das Event findet direkt vor dem Nationalstadion der indischen Hauptstadt statt. Auf einer 5 km-Pendelstrecke wird bereits um 4 Uhr morgens gestartet, der Kurs ist zehnmal zu durchlaufen. Angesichts der Tatsache, dass Neu-Delhi die Stadt mit dem weltweit höchsten Feinstaubgehalt ist, wird die ohnehin anspruchsvolle Aufgabe sicherlich noch schwieriger. Auch das Höhenprofil von 93 m wird gewiss eine Herausforderung.

Aktuell hat Friederike Schoppe ihr Trainingsprogramm auf lange Läufe und weniger Tempoeinheiten umgestellt, und sie „schrubbt“ aktuell 120 km pro Woche. Das wird sie noch anderthalb Wochen beibehalten und dann die letzten zwei Wochen vor dem Abflug am 3. Dezember etwas reduzieren.

Ihre Vorfreude ist groß: „Das Rennen wird nicht nur aufgrund der schwierigen Bedingungen vor Ort eine große Herausforderung, aber ich freue mich riesig, dort an den Start gehen und Deutschland vertreten zu dürfen.“

Für den 8. Dezember ist bereits der Rückflug geplant. Man darf sehr gespannt sein, was Friederike und das Team erreichen können. Sie selbst schätzt eine Platzierung der Mannschaft unter den ersten Sechs für möglich ein, der Teammanager des DLV, André Collet, erhofft sich sogar noch mehr. Neben ihrem eigenen Training kümmert sich Friederike auch weiterhin noch um die U12-Kinder der LSG und die Schul-AG in der Schule im Goldenen Grund.

LSG-Vorsitzender Thomas Laux spricht für die ganze LSG-Familie aus: „Wir sind wirklich stolz und freuen uns sehr, dass Fritzi bei den Aktiven für diese WM nominiert wurde! Wir drücken ihr ganz fest die Daumen, dass sie mit den schwierigen Bedingungen - Zeitverschiebung, frühe Startzeit, Smog - gut zurechtkommt und ein unvergessliches Erlebnis haben wird. Wir werden mitfiebern!“